Kurz gesagt: Hammer- und Krallenzehen entstehen fast immer als Folge einer anderen Fehlstellung – meist eines Spreizfußes oder eines Hallux valgus. Solange die Zehe beweglich ist, lässt sich mit Einlagen und Schuhwerk viel erreichen. Ist sie versteift, hilft nur eine operative Korrektur – die sich häufig mit der Hallux-valgus-OP verbinden lässt.
Hammerzehe, Krallenzehe, Klauenzehe – wo ist der Unterschied?
Alle drei bezeichnen eine Fehlstellung der Kleinzehen, sie unterscheiden sich nur darin, welches Gelenk betroffen ist:
Das Mittelgelenk der Zehe ist dauerhaft gebeugt, die Zehenkuppe zeigt nach unten. Die Zehe wölbt sich nach oben und stößt im Schuh an.
Das Grundgelenk ist überstreckt, die beiden vorderen Gelenke sind gebeugt – die Zehe krallt sich regelrecht ein und berührt den Boden nur noch mit der Spitze.
Ausgeprägte Form der Krallenzehe. Die Zehe hat den Bodenkontakt verloren, die Last verlagert sich vollständig auf die Mittelfußköpfchen.
Warum entstehen sie?
In den meisten Fällen sind sie Folge einer anderen Fehlstellung. Sinkt beim Spreizfuß das Quergewölbe ab oder drängt ein Hallux valgus die Großzehe nach außen, verschiebt sich das Gleichgewicht zwischen Beuge- und Strecksehnen der Kleinzehen. Die Zehen weichen in die Beugung aus. Enges Schuhwerk beschleunigt diese Entwicklung, löst sie aber selten allein aus.
Das ist auch der Grund, warum Hammerzehen und Hallux valgus so häufig gemeinsam auftreten – und warum beides in einem Eingriff korrigiert werden kann, wenn es zusammen vorliegt.
Wann behandeln?
Entscheidend ist die Beweglichkeit der Zehe:
| Befund | Was möglich ist |
|---|---|
| Noch beweglich (flexible Fehlstellung) |
Die Zehe lässt sich passiv geradestellen. Hier helfen oft Einlagen mit Quergewölbestütze, ausreichend hohes Schuhwerk, Zehengymnastik und Polsterung der Druckstellen. |
| Versteift (kontrakte Fehlstellung) |
Die Zehe lässt sich nicht mehr geradestellen. Konservative Maßnahmen können dann nur noch Druck lindern. Für eine Korrektur der Stellung ist ein operativer Eingriff nötig. |
Ein Grund zu handeln sind vor allem schmerzhafte Schwielen und Hühneraugen über dem Mittelgelenk, wiederkehrende Druckstellen, Schmerzen unter dem Vorfuß oder die Unmöglichkeit, normales Schuhwerk zu tragen.
Der operative Eingriff
Das Verfahren richtet sich nach dem Befund. Möglich sind unter anderem eine Verkürzung oder Umstellung des Zehenknochens, eine Versteifung des betroffenen Mittelgelenks in gestreckter Stellung oder ein Sehnentransfer bei noch beweglicher Zehe. Die Fixierung erfolgt je nach Verfahren mit einem kleinen Implantat oder vorübergehend mit einem Draht.
- Ambulant – Sie gehen am selben Tag nach Hause
- Häufig kombiniert mit der Korrektur eines gleichzeitig bestehenden Hallux valgus – ein Eingriff statt zwei
- Vorfußentlastungsschuh für die ersten Wochen
Operationsstandort
Häufige Fragen
Kann man Hammerzehen ohne Operation korrigieren?
Solange die Zehe noch beweglich ist, lassen sich Beschwerden mit Einlagen, passendem Schuhwerk, Polsterung und Zehengymnastik oft gut kontrollieren. Die Stellung selbst dauerhaft zurückführen kann das jedoch nicht – ist die Zehe erst versteift, hilft nur noch ein Eingriff.
Werden Hallux valgus und Hammerzehe zusammen operiert?
Häufig ja. Beide Fehlstellungen haben meist dieselbe Ursache und treten gemeinsam auf. Eine Korrektur in einer Sitzung erspart Ihnen einen zweiten Eingriff und eine zweite Heilungsphase. Ob das in Ihrem Fall sinnvoll ist, klären wir anhand der Röntgenaufnahme.
Wie lange muss ich den Spezialschuh tragen?
Das hängt vom gewählten Verfahren ab und davon, ob gleichzeitig weitere Korrekturen vorgenommen wurden – etwa an der Großzehe. Wird die Hammerzehe zusammen mit einem Hallux valgus korrigiert, richtet sich die Entlastung nach dem umfangreicheren Eingriff. Die für Sie zutreffende Dauer nennen wir Ihnen im Beratungsgespräch, bevor Sie sich entscheiden.
Übernimmt die Kasse die Behandlung?
Ja, sofern Beschwerden bestehen. Eine Korrektur aus rein ästhetischen Gründen ist keine Kassenleistung.
Termin in der Fußsprechstunde
Wir schauen uns Ihren Fuß in Ruhe an, röntgen bei Bedarf und besprechen offen, ob und wann ein Eingriff sinnvoll ist – ohne Druck.
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